Presseinformation: KLIMA³-Regionalkonferenz in Windach mit rund 60 Teilnehmenden
Energie- und Wärmewende als konkrete Aufgabe in den Kommunen – von strategischen Ansätzen bis zu konkreten Projekten
Die Kommunale Wärmeplanung macht die Energie- und Wärmewende zur konkreten Aufgabe vor Ort. Gleichzeitig stehen die Städte und Gemeinden unter wachsendem Druck durch neue gesetzliche Vorgaben, offene Fragen der Versorgungssicherheit und weitreichende Infrastrukturentscheidungen. Mit der Regionalkonferenz am 21. Mai in Windach hat die Energieagentur KLIMA³ einen Blick auf die aktuellen energiewirtschaftlichen Entwicklungen genommen und gezeigt, wie die Umsetzung der Energiewende vor Ort gelingen kann: von strategischen Ansätzen bis hin zu konkreten Projekten.
Wo stehen wir in der Energie- und Wärmewende?
Rund 60 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Klimaschutzverantwortliche und Verwaltungsmitarbeitende aus den KLIMA³-Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech nahmen an der Konferenz teil. Nach der Begrüßung durch Windachs Bürgermeisterin Christiane Freisleder gab Anna Gruber von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft München einen Überblick über den Stand der Energiewende. Demnach hat Deutschland bei den Erneuerbaren Energien im Bereich der Stromerzeugung „einen guten Job gemacht“: Der Anteil aus Erneuerbaren Energien hat sich in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt. Allerdings macht der Strom nur etwa ein Viertel des Endenergiebedarfs aus. In den Bereichen Wärme und Transport dagegen gab es keine signifikante Verbesserung.
Was kommt nach dem Wärmeplan?
Christine Pabst, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Krailling, berichtete in ihrem Vortrag über die Maßnahmen, die die Gemeinde aus den Erkenntnissen der Kommunalen Wärmeplanung abgeleitet hat. So werden z.B. Liegenschaften mittels eines Smart-Pacht-Modells mit Photovoltaik ausgestattet. Dabei stellt die Gemeinde eine Dachfläche zur Verfügung, ein Dienstleister oder eine Genossenschaft, in diesem Fall die Energiegenossenschaft Fünfseenland, installiert eine PV-Anlage und verpachtet diese zu einem festgelegten Zins an die Gemeinde – ein Beispiel, wie eine Kommune auch in Zeiten knapper Finanzmittel die Energiewende voranbringen kann.
Kommunales Energiemanagement als Sparwerkzeug
Doris Kömmling, KLIMA³-Projektmanageirn, und Leonie Kühler, Praktikantin in der Energieagentur, gaben einen Einblick in das Kommunale Energiemanagement. So lassen sich mit einem systematischen Energiemanagement bis zu 20% der Energiekosten in einer Kommune einsparen. „Das Verhältnis zwischen Energiekosteneinsparung und Personal- und Sachkosten ist 3:1“, erklärte Doris Kömmling. „Dafür lohnt es sich, Personal für das Energiemanagement einzusetzen.“
Forschungsprojekt EFH-Trafo
Wie es gelingen kann, die Wärmewende in Bestandsgebäuden zu beschleunigen und gleichzeitig mehr Wohnraum zu schaffen, wird aktuell im Forschungsprojekt „EFH-Trafo“ untersucht, in dem die Energieagentur mitwirkt. „Wir suchen in den Regionen Fokusquartiere mit Potenzial für mehr Wohnraum“, erklärt Katrin Schaber, die das Projekt an der Hochschule Biberach leitet. Mit interessierten Eigentümerinnen und Eigentümern werden Gespräche über die verschiedenen Veränderungsoptionen geführt. „Wir entwickeln als Forschungsprojekt eine Handreichung“, betont Katrin Schaber. „Die Umsetzung muss dann mit Akteuren vor Ort passieren.“
Themenstaionen: von EnTranC bis kommunale Nahwärme
Im Anschluss an den Vortragsteil konnten sich die Teilnehmenden an fünf Stationen zu den Themen „Datenbasierte Energie- und Wärmewende“, „Forschungsprojekt EFH-Trafo“, „EU-Projekt EnTranC: Energy Transition in Citizens‘ Hands“, „Kommunen in der Transformation: Projekt Komm:Transform“ und „Umsetzungsbeispiele für kommunale Nahwärme “ informieren und austauschen. Mit einem gemeinsamen Imbiss und Gesprächen ist die Veranstaltung ausgeklungen.
Andreas Weigand, KLIMA-³Geschäftsführer, zog eine positive Bilanz der Konferenz. „Der offene Austausch mit den Entscheidern und Umsetzern der Region hat wichtige Impulse gesetzt – besonders in einer Zeit, in der Kontinuität und gemeinsames Handeln wichtiger sind denn je.“




