Unterdießen

Klimaneutrale Bäckerei

Die Bäckerei Pfatischer legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Sie verwendet Getreidesorten aus regionalem Anbau, die in den eigenen Mühlen gemahlen werden. Der Energiebedarf wird von PV-Anlage und einem passenden Speicher sowie durch Pelletheizungen gedeckt.

  • Gebäudedaten

    Wohnen und Gewerbe
    Baujahr 1993
    Altbau, unsaniert


  • Wärmetechnologie

    Heizart alt: Ölheizung (2 Stück)
    Heizart 1 neu: Pelletheizung (2 Stück)
    Heizart 2 neu: Solarthermie


    Energiequelle alt: Heizöl
    Energiequelle 1 neu: Pellets
    Energiequelle 2 neu: Sonnenstrahlung


    Energieverbrauch vorher: 65.000 (Netzbezug)
    Energieverbrauch nachher: 35.000 (Netzbezug) + 25.000 aus Eigenerzeugung


    Maßnahmen im Heizsystem:
    – Umbau und anschließende Optimierung


    Anmerkungen:
    – Ergänzung durch 2. PV-Anlage und 20Kw-Speicher


    Umsetzungsdauer: 2 Wochen (Einbau der Öfen)


    Datum der Inbetriebnahme: 2021

  • Stromerzeugungsanlage

    Art der Energieerzeugungsanlage:
    Dachflächen PV


    Leistung (kW): 24
    Heizart hinzugefügt: Solarthermie


    Netzbezug vorher (kWh/a): 65.000
    Netzbezug nachher: 35.000


    Eigenerzeugung: 25.000


    Energieverbrauch vorher: 65.000
    Energieverbrauch nachher: 35.000


    Eigennutzung: ja
    Stromspeicher: ja


    Einspeiseleistung (kW) und Anteil (%):
    Speicherkapazität (kWh): 14 (2014) + 10 (2018)


  • E-Mobility

    1 Elektrofahrzeug
    – seit mehr als 8 Jahren werden Lieferungen mit dem E-Transporter ausgefahren
    – eigene Ladestation: Laden mit PV-Strom

  • Kosten

    Pelletheizungen: 25 000 € je Heizung (ohne Förderung von 23 000 €)

    Gesamtinvestitionen aller Maßnahmen: 220 000 €

    55 % der Kosten konnten durch Fördermittel gedeckt werden


  • Energieeinsparung

    Einsparung durch die Heizungsumstellung: 18.000 Liter Heizöl, das entspricht etwa 53 000 kg CO2-Einsparung


Zusätzliche Informationen und Notizen:

Allgemeine Daten:
Seit der Gründung setzt die Bäckerei Pfatischer konsequent auf ausgewählte, regionale Rohstoffe und höchste Qualität. Dabei hat sich das familiengeführte Handwerksunternehmen besonders auf Dinkelspezialitäten und Sauerteigbrote spezialisiert, die in der eigenen Backstube in Eigenproduktion gefertigt werden. Hierbei legt die Bäckerei großen Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität. Sie verwendet Getreidesorten aus regionalem Anbau, die in den eigenen Mühlen gemahlen werden. Der Energiebedarf wird von PV-Anlage und einem passenden Speicher sowie durch Pelletheizungen gedeckt.

Wärmetechnologie:
Die Bäckerei ist mit dem Wohnhaus zusammengeschlossen und wird von zwei Pellet-Heizungen mit Wärme versorgt. Ergänzt wird die Anlage durch Solarthermie-Module auf dem Dach der Bäckerei. Hierbei werden jedes Jahr rund 36 Tonnen Pellets benötigt, die ebenso wie das Getreide regional bezogen werden. Die Bäckerei, das Haus sowie die zwei Wohnungen verbrauchen pro Jahr rund 3840 kWh, wobei hier die Öfen der Backstube ausgenommen sind. Diese kommen auf einen jährlichen Wärmeverbrauch von 144 000 kWh.

Stromerzeugungsanlage(n):
Die heute bestehende PV-Anlage stellt eine essenzielle Quelle für den Backbetrieb und die Kühlung der Produkte dar. Nach der Installation der ersten PV-Anlage im Jahr 2014 (24 kWp) wurde vier Jahre später eine weitere Anlage mit 10 kWp hinzugebaut. Die Gesamtanlage liefert heute rund 30 000 kWh. Ergänzt wird das System seit 2019 durch einen 20 kW Batteriespeicher. Als zusätzliche Maßnahme wurden zur Senkung des Gesamtenergieverbrauchs im Jahr 2015 alle bestehenden Lampen auf LEDs umgestellt.

Besonderheiten:
Die Bäckerei Pfatischer nimmt zudem durch die Anschaffung eines Pellet-Ofens für die Backstube eine Vorreiterrolle im Bäckereihandwerk ein. Auf der Suche nach einer regenerativen Energieerzeugungsanlage und aufgrund des hohen Heizenergiebedarfs wurde früh nach einer Alternative für die bestehende Ölheizung gesucht. 2018 wurde auf der Backwarenmesse in München ein passender Ersatz gefunden. Schließlich wurde 2021 der Stikkenofen auf Holzpelletbasis des italienischen Herstellers Polin installiert. Der Ofen verfügt über eine Leistung von 69,8 kW und konnte seit der Installation den CO2-Ausstoß erheblich reduzieren. Hinzu kommt die Umstellung des Etagenofens (90,6 kW). Damit können im Vergleich zu den heizölbetriebenen Öfen jährlich rund 53 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht rund 18 000 Litern Heizöl im Jahr. Zudem werden von der Familie zum Ausgleich Bäume auf dem eigenen Wald- und Wiesengrundstück gepflanzt.