Weßling

PV-Anlage auf der Nordseite

Dieses Beispiel beweist, dass PV-Anlagen auf der Nord-Ost-Ost-Seite trotz gegenläufiger Aussagen auch 65% des Ertrags von südseitig ausgerichteten Anlagen liefern können. Ergänzt wird das Konzept durch eine Luft-Luft-Wärmepumpe.

  • Gebäudedaten

    Doppelhaushälfte
    Baujahr 1991
    Altbau, unsaniert


  • Wärmetechnologie

    Heizart alt: Ölheizung
    Heizart neu: Wärmepumpe


    Energiequelle alt: Heizöl
    Energiequelle neu: Luft und Grundwasser


    Art der Brauchwassererwärmung: zentral


    Art der Raumwärmeübergabe: Heizkörper und Fußbodenheizung


    Energieverbrauch vorher: 30.200 kWh/a
    Energieverbrauch nachher:
    9.700 kWh/a


    Datum der Inbetriebnahme: 01.01.2010
    Umsetzungsdauer: 7 Monate


    Leistung Wärmeerzeuger (kW): 10,3
    Spezifischer Heizenergieverbrauch (kWh/m2a): 55

  • Stromerzeugungsanlage

    Art der Energieerzeugungsanlage: Dachflächen PV (2022)
    Leistung (kW): max. 7,3


    Netzbezug vorher: 9.700 kWh/a
    Netzbezug nachher: 5.200 kWh/a


    Eigenerzeugung nachher: 4.500 kWh/a


    Eigennutzung: ja
    Stromspeicher: ja


    Einspeiseleistung (kW) und Anteil (%): 0%
    Speicherkapazität (kWh): 28 je Speicher


  • Kosten

    Wärmepumpe: 18.000 EUR
    PV-Anlage: 15.000 EUR
    2 Speicher insgesamt: 17.000 EUR


  • Energieeinsparung

    Einsparung durch die Wärmeumstellung: 20.500 kWh/a


    Einsparung durch die umgestellte Stromerzeugung: 4.500 kWh/a


    Gesamteinsparung: 25.000 kWh/a / 2.500 Liter Öl / 2.500 m3 Erdgas


  • Kooperationen und mitwirkende Handwerksbetriebe

    Solarzentrum Allgäu GmbH, Gewerbepark Altdorf 4a, 87640 Biessenhofen


Zusätzliche Informationen und Notizen:

Wärmetechnologie:
Aufgrund des mangelnden Platzes im Außenbereich und entgegen der damals geringen Bekanntheit der luftgeführten Wärmepumpe, wurde 2009 eine Luft-Wärmepumpe mit einer Heizleistung von 10,3 kW für die Wärmeerzeugung in der Doppelhaushälfte eingebaut (COP 4,2). Die Ansaugung und der Ausstoß der Außenluft erfolgen hierbei über die beiden Kellerschächte. Bis zur offiziellen Inbetriebnahme wurde die Wärmepumpe durch den Heizstab betrieben.

Stromerzeugungsanlage(n):
Zunächst wurde 2022 eine Photovoltaikanlage mit 14 Modulen je 1120 kWh auf der Südseite des Hauses installiert. Eine weitere PV-Anlage befindet sich auf der Nord-Ost-Ost-Seite, die mit einer Erzeugung von 720 kWh auf der Nord-Ost-Ost-Seite (NOO) rund 65 Prozent der Erzeugung der südseitigen Anlage umfasst. Ergänzt wird die Dachflächen-Photovoltaikanlage durch zusätzliche Module auf dem Garagendach, die durch die Südwest-Ausrichtung insgesamt 1906 kWh erzeugen.

Zusätzlich wurde mit der ersten Photovoltaikanlage ein Speicher mit einer Kapazität von 28 kWh installiert. Da der Speicher bereits zur Mittagszeit vollständig gefüllt war, wurde ein zweiter Speicher mit ebenfalls 28 kWh hinzugefügt. Durch die Kaskadenschaltung des Haushaltsstroms und der Wärmepumpe wurde 2023 ein Stromverbrauch von 3800 kWh erreicht. Durch die Ausbaumaßnahmen und die zusätzliche Speicherkapazität konnten rund 1700 kWh eingespart und ein Autarkiegrad von 50% erreicht werden.

Herausforderungen:
Im Rahmen der Umsetzung wurden einige Herausforderungen erkennbar:

  • Durch die Installation der Luft-Wärmepumpe durch die beiden Lichtschächte wurde, gingen im Keller durch die großen Zu- und Abluftrohre Platz verloren. Dies ist aber klar ins Verhältnis der Kellerräumlichkeiten zu setzen.
  • Die unterschiedlichen Daten im Zusammenhang mit dem Marktstammdatenregister sorgten nach der abgeschlossenen Installation für Missverständnisse. Während die Inbetriebnahme laut Stammdatenregister am 31. Januar erfolgte, wurde die Eintragung des Installationsbetriebs zu Februarbeginn aufgenommen. Die beiden unterschiedlichen Daten sorgten im Anschluss für Missverständnisse.
  • Die Wärmepumpe wurde ursprünglich mit einem Hoch- und Niedertarifzähler ausgestattet. Nach einer ungefragten Umstellung des Anbieters auf das Messkonzept 3 (Kaskadenschaltung), den damit entstandenen Differenzen zwischen dem bestehenden Liefervertrag mit einem Stromanbieter und einer verspäteten Zusendung der Jahresrechnungen gingen einige Probleme einher.