Gauting

Wohnen und Gewerbe im Passivhaus-Standard

Dachflächen-PV und Luft-Wasser-Wärmepumpe stellen bei diesem Projekt die Basis für den Passiv-Hausstandard des Neubaus. Ergänzt wird das Gesamtkonzept durch in der südseitigen Fassade integrierten Solarthermie-Module sowie einem zugehörigen Speicher – der Weg zum Plusenergiehaus.

  • Gebäudedaten

    Mehrfamilienhaus mit Gewerbefläche
    Baujahr 2009 / 2010
    Neubau


  • Wärmetechnologie

    Heizart neu: Wärmepumpe


    Art der Brauchwassererwärmung: dezentral


    Art der Raumwärmeübergabe: Fußboden- und Wandheizung


    Energiequelle neu: Luft und Wasser


    Energieverbrauch nachher: 8200 (gesamt für Heizung, Elektrogeräte, Licht)


    Maßnahmen im Heizsystem:
    – Hydraulischer Abgleich
    – Pufferspeicher


    Datum der Inbetriebnahme: Zeitgleich mit der Fertigstellung des Baus 2009/2010

  • Stromerzeugungsanlage

    Art der Energieerzeugungsanlage:
    Dachflächen PV


    Leistung (kW): 6,9 kWp


    Eigenerzeugung: 16.500 – 15% über dem Standard 8.000 kWh


    Eigennutzung: ja
    Stromspeicher: ja


    Einspeiseleistung (kW) und Anteil (%): 40% Eigenverbrauch
    Speicherkapazität (kWh): 10 kWh


  • E-Mobility

    1 Elektrofahrzeug (insgesamt 2 im Haus)
    –  Öffentliche E-Ladestation vor dem Haus mit Stromabnahme von 4.500 kWh/a

  • Kosten

    – 20.000 € für jede PV Anlage (gleiche Anlagenleistung, inkl. Speicher)
    – 30.000 € Solarthermie und Wärmepumpe inkl. Belüftungsanlage
    – 100.000 € über zinsgünstigen Kredit


  • Kooperationen und mitwirkende Handwerksbetriebe

    Zimmerei Bscheider GmbH, Gastwies 10, 83623 Dietramszell


Zusätzliche Informationen und Notizen:

Allgemeine Gebäudedaten:
Das Gebäude umfasst ein Wohnhaus mit einer angeschlossenen Praxis und bietet zudem Platz für eine Kindertagesstätte. Insgesamt entstanden so rund 350 m² Wohnfläche, die in Holzständerbauweise errichtet wurden. Hierbei wurde viel Wert auf Regionalität gelegt, sodass die Substanz überwiegend aus heimischem Holz besteht. Zudem konnte durch die Verwendung von Holz die Bauzeit deutlich verkürzt werden und der Passivhausstandard durch die zusätzlich gute Dämmung erworben werden. Die Aufträge wurden an regionale Betriebe vergeben.

Wärmetechnologie:
Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Luft-/Wasserwärmepumpe, die auch zur Warmwasserbereitung dient und in Hybridbetrieb mit der PV-Anlage arbeitet. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist ebenfalls integriert. Die Luft wird durch einen drei Meter tiefen Erdspeicher angesaugt, wodurch Frostprobleme vermieden werden können. Im Winter wird die Wärmepumpe durch Solarthermie in der Wand ergänzt.

Stromerzeugungsanlage(n):
Die bestehende PV-Anlage mit einer Anlagenleistung von rund 6,9 kWp wird durch Sonnenkollektoren (10,2 kWp) in der Hausfassade ergänzt. Die Energiespeicherung in dem 1000 l fassenden Solarspeicher ermöglicht die Klassifizierung als Plusenergiehaus. 2021 wurde eine zweite PV-Anlage mit 7,5 kWp nachgerüstet und eine öffentliche E-Ladestation auf einem der eigenen Stellplätze installiert. Die Ladesäule ist mit der bereits bestehenden Solaranlage verbunden und wird von den Reitern der angrenzenden Reitställe des Ortes genutzt. Die Stromkreise sind in Haushaltsstrom und Wärmepumpen-Strom mit einer zweiten Zähleinheit unterteilt, sodass zwei Einspeisestellen vorhanden sind. Die Einspeisevergütung für die zweite Photovoltaikanlage beträgt aktuell 8 ct/kWh.

Zukunftsausblick:
In der Zukunft ist ein verbessertes Strommanagement mit bidirektionalem Laden geplant, um eine größere Unabhängigkeit zu erreichen. Zudem wurde über eine weitere Ladesäule nachgedacht. Aufgrund hoher Kosten wurde der Bau jedoch bislang nicht realisiert.